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Immobilienfonds unter Druck

Seit zwei Monaten sitzt die internationale Finanzkrise breit und fest im Bewusstsein der Öffentlichkeit. Sie tut sich seither schwer mit dem Gedanken, dass ehedem als Hort der Sicherheit geltende Institute plötzlich als eigentliche Quelle der Gefahr geoutet wurden. Die Folge ist eine Orientierungslosigkeit der Anleger, welche sich bei Weitem nicht nur auf die privaten Investoren beschränkt, sondern auch in institutionellen Kreisen weit verbreitet ist.

Bereits vor einigen Wochen habe ich an dieser Stelle davor gewarnt, sich der allgemeinen Panik anzuschließen und das Heil in physischem Gold zu suchen. Die Kurse des gelben Metalls haben sich Anfang Oktober – entgegen dem aktuellen Trend der Rohstoffe – auf Grund der hohen Nachfrage innerhalb kürzester Zeit wieder in Richtung alter Höchstkurse bewegt um dann, nach dem sich der erste Hype verflüchtigt hat, wieder gegen Süden zu bewegen. Möglicherweise denken diese Anleger langfristig und sehen deshalb ihr Geld nicht verloren. Nüchtern betrachtet hätte es sich allerdings gelohnt, etwas Geduld zu zeigen und den Durst nach sicheren Sachwerten erst dann zu stillen, wenn sich die Lage etwas beruhigt hat.

Professionelle Anleger als Auslöser

Ähnlich interessant, wenngleich mit anderen Vorzeichen, ist die Entwicklung, welche sich nun im Bereich der offenen Immobilienfonds abzeichnet. Wegen horrender Mittelabflüsse mussten einige der renommiertesten Fonds in diesen Tagen von ihrem Recht Gebrauch machen und die Rücknahme von Anteilen aussetzen.

Zum Verhängnis dürfte ihnen, nebst den Gerüchten über eine Wertberichtigung der Immobilien per se, ihre relative Stabilität geworden sein, welche es gerade semi-institutionellen Anlegern (Dachfonds, Vermögensverwalter, etc.) ermöglicht, diese Positionen ohne Wertverlust aufzulösen und so die Baisse in anderen Bereichen (Rohstoffen, Aktien, Renten) auszusitzen.

Weil offene Immobilienfonds ihre Assets, anders als etwa Aktien- oder Rentenfonds, nicht innerhalb kürzester Zeit verflüssigen können, geraten sie durch die Mittelabflüsse ohne eigenes Zutun und (meist) ohne eigenes Verschulden in eine Liquiditätsfalle, aus welcher sie sich nun mit dem Stopp der Anteilsrücknahme zu befreien versuchen. Die Gefahr liegt nun darin, dass diese professionellen Anleger eine Welle lostreten könnten, welche die Masse der Privatanleger erfasst und so zwangsläufig zu einem weiteren Brandherd im Finanzbereich führen könnte.

Folgendes meint die Finanzredaktion:

Auch die Immobilienfonds können sich natürlich dem weltweit zu beobachtenden Abflauen der Konjunktur nicht entziehen. Sinkende Renditen – wir gehen von einem Minus von ca. 2% im Vergleich zu den beiden Vorjahren aus – sind die zwangsläufige Folge dieser Entwicklung.

Trotzdem bleiben offene Immobilenfonds gerade für den Privatanleger ein attraktives Investment. Relative Stabilität, Schutz gegen die sich abzeichnende Inflation im Zusammenhang mit der neuerlichen Geldschwemme der Notenbanken und solide Renditen im Vergleich zu anderen Asset-Klassen sprechen klar für eine Anlage in diesem Bereich.

Des Weiteren weisen wir darauf hin, dass gerade international ausgerichtete Immobilienfonds auch nach Einführung der Abgeltungssteuer im kommenden Jahr ein geeignetes Mittel sind, die eigene Steuerbelastung im Rahmen zu halten. Immobilienfonds dürfen deshalb durchaus als Gewinner der neuen Abgeltungssteuer bezeichnet werden.

Bestehende Inhaber von Immobilienanteilen sollten deshalb Ruhe bewahren. Wer keine Immobilienfonds besitzt, sollte einen Kauf im Hinblick auf die Abgeltungssteuer zumindest als mögliche Option prüfen.




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